GIPFELBLICKE
© Erich Arndt
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Gipfelblicke
auf die Bezirke der DDR
SCHWERIN
Geografie:
Die
Ruhner
Berge
sind
ein
Stauchmoränengebiet
der
Saale-Eiszeit.
Sie
liegen
im
südlichen
Mecklenburg
und
reichen
bis
in
die
Prignitz.
In
der
Hügelkette
liegt
die
nach
den
Helpter
Bergen
zweithöchste
Erhebung
in
Mecklenburg-Vorpommern.
Zu
DDR-Zeiten war der Ruhner Berg die höchste Erhebung des Bezirkes Schwerin.
Unsere Anfahrts- und Aufstiegsroute:
Die
Tagesetappe
startet
in
Wittenberge
an
der
Elbe.
Der
erste
Abschnitt
führt
nach
Perleberg.
Danach
geht
es
durch
die
Landschaft
der
Prignitz
zu
den
Ruhner
Bergen.
Ein
gut
befahrbarer
Weg
führt
bis
zum
Fuß
der
Bergkuppe
des
Ruhner
Berges.
Das
letzte Stück muss gelaufen werden.
Unsere Abfahrtsroute:
Wir folgen dem Lehrpfad bis zur Quelle der Löcknitz. Von dort geht es über Leppin
nach Parchim.
Anstrengung:
Leichte Tour.
Ausrüstung:
Wander- bzw. Radlerausrüstung.
Gefahren:
Landstraßen ohne Radweg mit hohem Verkehrsaufkommen.
Bemerkungen:
Die
Ruhner
Berge
sind
nach
dem
früheren
Dorf
Ruhn
,
das
heute
eine
Wüstung
ist,
benannt.
Das
ehemalige
Dorf
schmiegte
sich
einst
an
den
Südhang
der
Bergkette
an.
Mehr
als
700
Jahre
hatte
es
Bestand,
bis
es
1982
abgerissen
wurde.
In
den
Folgejahren
waren
die
Grundstrukturen
des
Dorfes
(Fundamentreste
und
Gärten)
noch erkennbar.
Letzte Aktualisierung: 05.10.2018
im Kontext der Geschichte
Im Reisetagebuch geblättert
(Montag, 02.07.2018)
Das Dorf ist weg, doch sein Name lebt: Ruhn
Die höchsten natürlichen Erhebungen in den ehemaligen Bezirken der DDR
Das
Apartment-Hotel
am
Schillerplatz
in
Wittenberge
erhält
die
Note
sehr
gut.
Mit
Logis,
Kost
und
Service
waren
Brigitte
und
ich
zufrieden.
Ab
7:30
Uhr
rollen
die
Räder.
Die
fünfte
Etappe
der
„
Nordtour
“
führt
durch
die
Landschaft
der
Prignitz
zum
höchsten
Berg
des
ehemaligen
DDR-Bezirks
Schwerin,
dem
Ruhner
Berg,
und
sie
endet
in
Parchim,
bei
einem
guten
Freund
aus
der
Studienzeit.
Die
ersten
11
km
geht
es
auf
einem
bewaldeten
Radweg
entlang
der
B
189
nach
Perleberg.
Nachdem
die
Kreisstadt
gequert
ist,
öffnet
sich
eine
abwechslungsreiche
Landschaft.
Wir
radeln
auf
der
Landstraße
10
durch
verträumte
Dörfer
mit
DDR-
Charme.
In
Orten
wie
Groß
Buchholz,
Gulow,
Reetz,
Bresch
und
Berge
sind
kaum
Menschen
zu
sehen.
Alleenstraßen
führen
über
sanfte
Hügel.
Korn-
und
Maisfeldern
sowie
einzelne
Waldflecken
wechseln
sich
ab.
In
der
uralten,
dünn
besiedelten
Kulturlandschaft
wird
noch
in
einigen
Dörfern
das
Prignitzer
Platt
gesprochen.
Man
begrüßt
sich
mit
Dad
(Guten
Tag),
macht
einen
Klönschnack
(man
unterhält
sich)
und
fragt
wo
kümmt
du
her
?
Was
die
Bayern,
Sachsen, Hollsteiner und Prignitzer mögen, klingt auf Platt so:
De Bayer ät gern seine Klüt,weil se passen don to sien Gemüt.
In
Sachsen,
da
sind´s
rieklich
fien,
se
drinken
ehrn
Kaffee,
öwer
söt
mutt
he
sein.
De
Hollsteener,
dat
is´n
Leckertähn,
de
hölt
den
Spickaal
för
schön.
De
Prignitzer
makt
een
froh
Gesicht
to´n
Kohl,
sein Nationalgericht.
Gegen
10:30
Uhr
ist
das
Straßendorf
Muggerkuhl
erreicht.
Vor
uns
erheben
sich
die
Ruhner
Berge,
ein
Areal,
das
1994
den
Status
Landschaftsschutzgebiet
erhielt.
Unübersehbar
ist
der
91
m
hohe
Fernsehturm
und
sein
kleiner
Bruder,
der
Aussichtsturm.
Die
bewaldete
Hügelkette
erinnert
an
die
frostige
Geschichte
unseres
Kontinents.
Im
Pommerschen
Stadium
der
Weichsel-Eiszeit
wurden
hier
Gletschergeschiebe
zu
einer
Endmoräne
aufgestaucht.
Der
Ruhner
Berg
(176,80
m)
ist,
neben
neun
weiteren
Hügeln,
die
höchste
Erhebung.
Brigitte
und
ich
radeln
entlang
der
Hauptschneise.
An
der
Wüstung
Ruhn
werden
an
einem
Rastplatz
die
Informationstafeln
studiert,
die
von
der
Geschichte
des
1982
abgetragenen
Ortes
berichtet.
Weiter
geht
es
ansteigend
durch
einen
Mischwald
bis
zu
einem
gestuften
Weg,
der
hinauf
zum
höchsten
Punkt
des
Ruhner
Berges
führt.
Einst
säumten
Informationstafeln
den
110
Stufen
zählenden
Aufstiegsweg
–
übrig
geblieben
sind
nur
leere
Holzrahmen.
Um
11:30
Uhr
ist
das
geografische
Ziel,
der
Gipfel,
erreicht.
Wenig
später
treffen
Heinz
und
Marlies
ein,
die
uns
von
Parchim
aus
entgegengeradelt
sind.
Eine
herzliche
Begrüßung
schließt
sich
an.
Neben
dem
offiziellen
Vermessungsstein
an
der
höchsten
Stelle
befindet
sich
der
von
Geodäten
FF
-Stein
genannte
Trigonometrische
Punkt
des
Hauptdreiecksnetzes
der
ersten
Triangulation
in
Mecklenburg
durch
Friedrich
Paschen.
Die
Bezeichnung
des
Steins
ist
angelehnt
an
F
riedrich
F
ranz
II.
der
die
Großherzoglich
Mecklenburgische
Landvermessung
in
Auftrag
gab.
Nachdem
der
natürlich
entstandene
höchste
Punkt
digital
fixiert
ist,
geht
es
noch
weitere
180
Stufen
hinauf.
In
den
Jahren
2000
bis
2001
wurde
auf
der
Kuppe
des
Ruhner
Berges
ein
32 Meter
hoher
Aussichtsturm
errichtet.
Bemerkenswert
ist
die
Bauweise.
Der
aus
über
einer
halben
Million
Kanalklinkersteinen
gemauerte
Turm
hat
im
Innern
eine
Wendeltreppe,
die
zur
Aussichtsplattform
führt.
Wir
steigen
hinauf
und
werden
mit
einem
grandiosen
Ausblick
belohnt:
In
südliche
Richtung
schaut
man
nach
Brandenburg
und
in
nördlicher
Richtung
nach
Mecklenburg.
Der
Blick
schweift
über
die
Waldlandschaft
der
Ruhner
Berge,
zur
Mecklenburgischen
Seenplatte,
in
die
Tiefebene
der
Prignitz,
zum
Fernsehturm
nebenan
bis
zur
Elbaue.
Die
Geschichte
der
Ruhner
Bergtürme
-
es
soll
sieben
gegeben
haben
-
geht
bis
in
das
Jahr
1907
zurück,
doch
darüber
soll
an
dieser
Stelle
nicht
berichtet
werden.
Erwähnen
möchte
ich
jedoch
das
jährlich
zum
dritten
Advent
stattfindende
Turmblasen.
Nach
dem
Abstieg
radeln
wir
entlang
eines
Lehrpfades
bergab.
Tafeln
am
Wegesrand
informieren
über
die
Entstehungsgeschichte
dieser
reizvollen
Landschaft
und
die
frühere
Nutzung
des
Gebietes
sowie
über
die
Natur.
Nicht
zu
übersehen
sind
23
beschriftete
Feldsteine.
An
der
Quelle
der
Löcknitz
und
an
der
unter
Naturschutz
stehenden
400
Jahre
alten
Kroneneiche
wird
kurz
verweilt,
dann
geht
es
auf
schlängelnden
Waldwegen
bis
nach
Leppin
weiter.
Der
kleine
Ort
ist
mit
151
m
das
höchstgelegene
Dorf
Mecklenburgs.
Doch
nicht
nur
seine
Höhenlage
macht
Leppin
so
einzigartig.
Denn
im
Dorf
gehen
die
Uhren
anders,
teilweise
sogar
um
die
Ecke!
Beim
„
Uhrmacher
der
Ruhner
Berge
“,
Helmuth
Schmidt,
gibt
es
etwas
Besonderes
zu
sehen:
Einmalig
ist
die
von
ihm
konstruierte
„
Uhr,
die
um
die
Ecke
geht
“.
Nachdem
genug
mecklenburgische
Höhenluft
geschnuppert
ist,
geht
die
Fahrt
über
einige
Dörfer
weiter
nach
Parchim.
Gegen
13:30
Uhr
ist
die
Tagesetappe
nach
60
km
beendet.
Ein
angenehmer
Klönschnack
am
Nachmittag
bis
in
den
Abend
schließt
sich
an.
Zwischendurch
können
Brigitte
und
Erich
mehrmals
wie
bei
Muttern
futtern.
Auch
das
WM-
Fußballspiel
Brasilien
gegen
Mexico
(2:0)
wird
nicht
verpasst.
Ein
Spaziergang
am
Spätnachmittag
entlang
einer
Bienenweide
und
am
Ufer der Elde sorgen für Entspannung nach einem erlebnisreichen Tag.