GIPFELBLICKE
© Erich Arndt
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Gipfelblicke
auf die Bezirke der DDR
NEUBRANDENBURG
Geografie:
Die
Helpter
Berge
sind
ein
aus
dem
Pommerschen
Stadium
der
Weichsel-Eiszeit
stammender
Endmoränenzug.
Sie
gehörten
zu
DDR-Zeiten
zum
Bezirk
Neurandenburg
und
waren
dessen
höchste
Erhebung.
Heute
ist
der
Höhenzug
dem
Landkreis
Mecklenburgische
Seenplatte
zugeordnet.
Der
Helpter
Berg
ist
die höchste natürliche Erhebung in Mecklenburg-Vorpommern.
Unsere Anfahrts- und Aufstiegsroute:
Die
Tagesetappe
startet
in
Waren
an
der
Müritz.
führt
entlang
der
B192
nach
Neubrandenburg
und
von
dort
über
die
B104
zur
Ortschaft
Petersdorf.
Über
Landwege
geht
es
nun
weiter
in
Richtung
Helpt.
Südlich
des
Dorfes
führt
unweit
eines
Rastplatzes
an
der
Straße
ein
gekennzeichneter
Wanderweg
auf
den
höchsten natürlichen Punkt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.
Unsere Abfahrtsroute:
Wie Aufstieg, danach Weiterfahrt über Helpt und Holzendorf nach Groß Miltzow
OT Ulrichshof.
Anstrengung:
Leichte jedoch lange Tour.
Ausrüstung:
Wander- bzw. Radlerausrüstung.
Gefahren:
Bundesstraßen ohne Radweg mit hohem Verkehrsaufkommen.
Bemerkungen:
Die
Helpter
Berge
sind
nach
der
2,5 km
nördlich
liegenden
Ortschaft
Helpt
benannt.
Letzte Aktualisierung: 05.10.2018
im Kontext der Geschichte
Im Reisetagebuch geblättert
(Mittwoch, 04.07.2018)
Es ist so ungefähr 13.700 Jahre her - die Helpter Berge entstehen
Die höchsten natürlichen Erhebungen in den ehemaligen Bezirken der DDR
Unser
Tagesrhythmus,
in
Bezug
auf
Aktivität
und
Mahlzeiten,
war
stets
eine
gute
Vorbereitung
auf
einen
geruhsamen
Schlaf.
In
der
Warener
Unterkunft
„
B&B
eurys
in
der
Akademie“
lies
es
sich
gut
ruhen,
auch
das
Frühstück
war
perfekt.
Obwohl
die
Stadt
am
größten
deutschen Binnensee, der Müritz, mit dem Slogan wirbt
„Baden, Wandern, Wasserfahren, nirgends schöner als in Waren“,
steigen
Brigitte
ich
um
8:15
Uhr
nicht
in
den
See
oder
ins
Boot,
sondern
auf
die
Räder
und
starten
zum
nächsten
Höhepunkt
der
Tour,
dem Helpter Berg.
Früher
suchte
man
die
meteorologische
Gemengelage,
den
Hochsommer,
im
Süden.
Das
ist
nun
nicht
mehr
vonnöten,
denn
Klärchen
strahlt
den
ganzen
Tag
und
das
nun
schon
seit
Wochen.
Den
ersten
Kilometer
geht
es
durch
das
Städtchen
Waren.
Danach
folgen
wir
10
km
der
B
192
bis
nach
Klein
Plasten.
Bundesstraßen
direkt
mit
dem
Rad
zu
befahren
ist
nicht
ungefährlich.
Neben
dem
Lkw-Verkehr
gibt
es
da
auch
die
ganz
eiligen
Autofahrer,
denen
die
Straße
allein
gehört.
Von
den
über
1000 Seen,
urwüchsigen
Wäldern,
seltenen
Moorlandschaften
und
weiten
Wiesen
und
Feldern,
die
den
Nördlichen
Landrücken
prägen,
wird
nur
ein
kleiner
Ausschnitt
gesehen.
Die
weiteren
Orte
auf
der
Strecke
wie
Möllenhagen,
Penzlin
und
Wulkenzin
liegen
im
Dornröschenschlaf.
In
Neubrandenburg
sind
46
km
geradelt,
es
ist
10:45
Uhr.
Im
Kaufland-Supermarkt
werden
die
Gepäcktaschen
mit
Getränken
und
Lebensmittel
gefüllt,
denn
am
Quartierort
gibt
es
keine
Einkaufsmöglichkeit
mehr.
Die
ländlichen
Weiten
mit
sanften
Hügeln
prägen
auch
den
nächsten
Abschnitt
der
Tour,
der
auf
der
B
104
über
die
Dörfer
Sponholz,
Pragsdorf,
Cölpin,
Alt
Käbelich
und
Petersdorf
führt.
Nach
geradelten
70
km
legen
Brigitte
und
ich
in
Petersdorf
eine
Rast
ein.
Ein
Imbissstand
bietet
am
Ortseingang
Getränke
und
Mittagessen
an.
Gestärkt
geht
es
nach
einer
Viertelstunde
weiter.
Unser
geografisches
Tagesziel
ist
nun
bald
erreicht,
denn
auf
dem
Höhenzug
steht
weithin
sichtbar
ein
Fernsehturm.
Der
203
m
hohe
Turm
wurde
1981
errichtet
und
befindet
sich
etwa
600
m
südwestlich
des
Helpter
Berges.
Gegen
14:00
Uhr,
nach
75
geradelten
Kilometern,
ist
an
der
Landstraße
nach
Helpt
ein
Rastplatz
erreicht.
Der
Aufstieg
zum
Gipfel
beginnt,
die
Räder
werden
mitgenommen.
Zuerst
gehen
wir
an
einem
verwucherten
Feldrain
entlang,
der
linksseitig
von
einem
zugewachsenen
Wassergraben
flankiert
ist.
Es
folgt
ein
lichter
Buchenwald.
An
einem
Baum
ist
neben
einem
geheimnisvollen
in
die
Rinde
geritzten
Zeichen,
ein
grüner
Pfeil
angebracht.
Das
Gelände
steigt
an,
doch
sind
weder
dünne
Luft
noch
Höhenkrankheit
zu
erwarten.
Brigitte
und
Erich
schieben
die
Räder
weiter,
sie
rasten
nicht,
noch
biwakieren
sie.
Als
der
Anstieg
zu
hefig
und
das
Unterholz
zu
dicht
wird,
werden
die
Bikes
an
eine
Buche
gestellt.
15
Minuten
nach
dem
Aufbruch
an
der
Straße
ist
der
Gipfel
erreicht.
179,20
Meter
-
mehr
braucht
der
Helpter
Berg
nicht,
um
sich
höchste
Erhebung
Mecklenburg-Vorpommerns
nennen
zu
dürfen.
Zu
DDR-Zeiten
war
er
der
höchste
Berg
des
Bezirkes
Neubrandenburg.
Als
Aussichtspunkt
taugt
der
Landesgipfel
nicht,
denn
er
ist
mit
dichtem
Wald
bewachsen.
Als
Insignien
gibt
es
einen
Trigonometrischen
Punkt,
ein
Gipfelkreuz
und
einen
kleinen
Unterstand.
In
einem
schwarzen
Blechkasten,
der
am
Kreuz
befestigt
ist,
befindet
sich
das
Gipfelbuch.
Brigitte
übernimmt
den
Eintrag
ins
Buch,
während
ich
den
fotografischen
Part
übernehme.
Der
bewaldete
Höhenzug
ist
Teil
einer
nicht
sehr
weitläufigen
Hügelkette.
Die
Helpter
Berge
entstanden
vor
ca.
13.700
Jahren.
Der
aus
Norden
kommende
und
mehrere
Hundert
Meter
hohe
Gletscher
schob
sich
mit
großem
Druck
ein
letztes
Mal
in
das
Landesinnere.
Dabei
wurde
das
bereits
abgelagerte
ältere
Gletschermaterial,
das
aus
Sand,
Eisstücken
und
Geschiebemergel
bestand,
um
mehr
als
100
Meter
gestaucht
und
aufgeworfen.
Die
Landschaft
ist
heute
Teil
des
Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft.
Nach
der
Rückkehr
zur
Landstraße
radeln
wir
nach
Norden
zum
Dorf
Helpt.
Von
dort
geht
es
dann
über
die
Siedlung
Oertzenhof
und
Holzendorf
direkt
zu
unserem
Quartierort
Ulrichshof
14a.
Herr
Utnehmer
übergibt
uns
die
Ferienwohnung
und
den
Schlüssel
für
eine
geräumige,
gut
ausgestattete
Ferienwohnung.
Die
Tagesetappe
endet
um
15:15
Uhr
nach
88
km
am
„
Gästehaus
im
Kirschgarten
“.
Nach
einer
erfrischenden
Dusche
und
einem
Imbiss
werden
Socken
gewaschen.
Während
Brigitte
und
ich
sie
zum
trocknen
im
Garten
aufhängen,
fällt
die
Tür
ins
Schloss
–
der
Schlüssel
liegt
in
der
Wohnung!
Die
Situation
ist
kurios:
Da
stehen
in
einem
verschlafenen
Dorf,
in
dem
sich
keine
Menschenseele
zeigt,
zwei
Fahrradtouristen
bei
28°C
Hitze
in
Schlafanzügen
vor
ihrem
verschlossenen
Quartier.
Der Mann ist barfuß.
Um
das
Problem
zu
lösen,
gehe
ich
zu
einem
nahen
Haus
und
bitte
eine
Frau
um
einen
Kreuzschraubenzieher.
Das
Vorhaben
gelingt.
Ich
löse
die
Bolzen
der
Türhaspe,
schiebe
sie
heraus
und
öffne
somit
die
Tür.
Nachdem
alles
wieder
eingebaut
ist,
wird
die
wohlverdiente
Ruhestunde
eingelegt
und
später
der
Tag
mit
einem
Glas
Wein
und
dem Drama/Liebesfilm „
Einmal Hallig und zurück
“ beendet.