GIPFELBLICKE
                    © Erich Arndt
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 POTSDAM
Geografie: Hagelberg    ist   die   Bezeichnung   eines   Berges   und   eines   Dorfes   im   Naturpark   Hoher Fläming.   Das   Dorf   ist   ein   Ortsteil   der   Kreisstadt   Bad   Belzig   im   Landkreis   Potsdam- Mittelmark.   Der   Berg   ist   die   höchste   Erhebung   des   Flämings   und   der   zweithöchste Berg   des   Bundeslandes   Brandenburg.   Zu   DDR-Zeiten   gehörte   der   Hagelberg   zum Bezirk Potsdam und war dessen höchste Erhebung.                             Unsere Anfahrts- und Aufstiegsroute: Vom   sachsen-anhaltinischen   Klieken   aus   führte   unsere   Tour   nach   Wiesenburg.   Von dort   folgten   wir   der   Bundesstraße   246   bis   zur   Siedlung   Klein   Glien.      Links   abbiegend ging   es   dann   einen   Kilometer   entlang   der   Dorfstraße   bis   zur   Ortsmitte   des   Dorfes Hagelberg. Ein Pfad von etwa 200 m führt ausgeschildert von dort zum Gipfel. Unsere Abfahrtsroute: Wie Aufstieg. Anstrengung: Leichte Tour. Ausrüstung: Wander- bzw. Fahrradausrüstung. Gefahren: Keine. Bemerkungen: Der   Fläming   mit   dem   Hagelberg   (200,24   m)   wird   vom   Kutschenberg   (201,00   m),   der im   Landkreis   Oberspreewald-Lausitz   nur   5 Meter   von   der   Grenze   zu   Sachsen   entfernt liegt,   knapp   übertroffen.   Höchster   trigonometrischer   Punkt   ist   jedoch   die   201,40   m hohe Heidehöhe, dessen Gipfel aber im Bundesland Sachsen liegt.                       
Letzte Aktualisierung: 05.10.2018
  im Kontext der Geschichte
Im Reisetagebuch geblättert (Mittwoch, 23.05.2018)                                                                                              Gipfelblick vom kleinsten Mittelgebirge Deutschlands: Hoher Fläming 
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Die höchsten natürlichen Erhebungen in den ehemaligen Bezirken der DDR
Blick auf den Hagelberg von der B 246, kurz vor Klein Glien aus Auf dem Höchsten des Hohen Flämings  Unsere Tagesetappe führt von Klieken nach Beelitz Freie Fahrt voraus An der Grenze zum Naturpark Hoher Fläming Die schauen nicht mal hoch... Wiesenburg wir kommen Die Nachtigall im Vorgarten -Keine Panik auf der Titanic Der Ort unseres Bergziels ist erreicht Das neue Hagelbergdenkmal wurde 1955 errichtet Das alte Hagelbergdenkmal wurde 1849 errichtet Auf dem Hagelberg gibt es sogar ein Gipfelbuch Gedenktafel an die Schlacht am Hagelberg am 27.08.1813 Trigonometrischer Punkt auf dem Hagelberg Die Sachsen standen mal wieder auf der falschen Seite Beelitz wird seinem Beinamen als Spargelstadt gerecht Das Etappenziel ist nach 80 km erreicht Eine Stange für das Abendessen reicht Der Begründer des feldmäßigen Spargelanbaus Carl Friedrich Wilhelm Herrmann
Die    gestrige    85-Kilometer-Etappe    von    Lindennaundorf    bis    ins sachsen-anhaltinische   Klieken   haben   Brigitte   und   ich   gut   verkraftet. Guten   Mutes   geht   es   in   den   Tag,   denn   Bett   und   Breakfast   im   Hotel Waldschlösschen “   waren   in   Ordnung.   Gegen   7:45   Uhr   rollen   die Räder   in   Richtung   Hoher   Fläming.   Der   23.   Mai   ist   ein   sonniger warmer   Tag,    er    schien    Kredit    im    Hochsommer    aufgenommen    zu haben.    In    den    ersten    zwei    Radstunden    fahren    wir    durch    eine landschaftlich   reizvolle   Region.   Die   Strecke   führt   durch   die   Dörfer Düben   und   Buko.   Auf   der   Bundesstraße   107,   auf   der   es   28   km   ohne Radweg   entlanggeht,   hält   sich   der   Verkehr   in   Grenzen.   Gegen   9:00 Uhr   ist   der   Naturpark   Hoher   Fläming   erreicht.   In   Wiesenburg   gehen die   Blicke   zum   unübersehbaren   Wahrzeichen   der   Stadt   hinüber,   dem Schloss   und   dem   dazugehörigen   Turm   mit   der   kegelförmigen   Spitze. Zum    Verweilen    bleibt    jedoch    keine    Zeit,    denn    die    geografische Aufgabe wartet in ca. 6 km auf uns. Entlang   der   B   246,   nunmehr   auf   gutem   Radweg,   wird   gegen   10:00 Uhr   das   Dorf   Klein   Glien   erreicht.   Wir   biegen   nach   links   ab,   fahren noch   einen   Kilometer   die   Dorfstraße   entlang,   und   erreichen   den   Ort Hagelberg.   Etwa   200   m   von   der   Dorfstraße   entfernt,   liegt   der   höchste Punkt   des   ehemaligen   DDR-Bezirkes   Potsdam,   der   mit   dem   Dorf namensgleiche   Hagelberg.   Die   Sonne   heizt   ein,   das   Gras   auf   der Hochfläche   ist   trocken,   die   Luft   aber   nicht   dünn.   Die   Räder   werden am     hölzernen     Gipfelkreuz     abgestellt,     das     signalisiert:     Es     ist geschafft,   höher   geht’s   nicht.   In   einem   roten   Metallbriefkasten,   der am    Kreuz    vor    etwa    10    Jahren    hier    angebracht    wurde,    liegt    ein zusammengerollter   sichtbar   benutzter   Schreibblock.   Einer   der   letzten Einträge    lautet:    Ein    Gipfel,    den    nicht    einmal    Reinhold    Messner bestiegen   hat. “   Brigitte   trägt   einen   Gruß   ein,   dann   genießen   wir   den Gipfelblick   von   kleinsten   Mittelgebirge   Deutschlands,   dem   Hohen Fläming.    Auf    dem    Kreuz    steht,    in    welcher    schwindelerregender Höhe   man   sich   befindet:   201   m   ü.   N.N. “.   Die   Höhenangabe   ist jedoch   übertrieben,   denn   nach   den   aktuellsten   Messungen   und   einer Zielfoto-Auswertung “   ragt   der   Hagelberg   nur   200,24   Meter   in   den Himmel.   Die   Hagelberger   haben   Glück   gehabt,   denn   ab   200   Metern sprechen   die   Geografen   von   einem   Mittelgebirge.   Lange   Zeit   galt   der Berg   als   höchste   Erhebung   im   Bundesland   Brandenburg.   Um   das   mit der   präzisen   Höhe   richtig   einzuordnen,   sei   bemerkt,   dass   nicht   der Hagelberg   der   höchste   natürliche   Punkt   im   Bundesland   Brandenburg ist,   sondern   der   topografische   Punkt   der   Heidehöhe   (201,40   m)   im Elbe-Elster-Kreis,   dessen   Gipfel   jedoch   50   Meter   weiter   in   Sachsen liegt.   Der   Kutschenberg   (201,00   m)   bei   Ortrand   besetzt   den   zweiten Platz.   Diese   Niederlage   ändert   nichts   an   dem   Charme   des   nur   sehr sanft   ansteigenden   Hagelbergs.   Mit   dem   Gipfelkreuz   sind   wir   eh   die Größten “ meinen einige Dorfbewohner.  Den   Höhenzug   des   Flämings   türmten   vor   rund   150.000   Jahren   die
Gletscher   der   vorletzten   Eiszeit,   der   Saale-Eiszeit,   auf.   Der   Hagelberg ist   somit   Teil   einer   markanten   Endmoränen-Staffel,   die   in   Ost-West- Richtung   über   den   Fläming   verläuft.   Auf   dem   Berg   und   in   seiner Umgebung    gibt    es    neben    dem    schönen    Rundblick    auf    den    Hohen Fläming    mit    seinen    Feldern,    Wäldern    und    sanften    Hügeln    noch weitere   Sehenswürdigkeiten   an   jeweils   unterschiedlichen   Plätzen,   die wir   uns   ansehen:   Das   alte   Hagelbergdenkmal   von   1849   und   das   1955 neu   errichtete   Denkmal   erinnert   an   eine   grausame   Historie,   einem blutigen   Gemetzel   inmitten   der   Befreiungskriege.   Bei   der   sogenannten Landwehrschlacht    von    Hagelberg    gingen    am    27.    August    1813    in dieser   Gegend   rund   23000   Mann   aufeinander   los.   Die   Schlacht   endete mit   einem   russisch-preußischen   Sieg   gegen   die   französischen   Truppen Napoleons. Nach   einer   Stunde   ist   alles   gesehen,   die   Tour   geht   nach   Bad   Belzig   in abschüssiger   Fahrt   auf   der   B   246   weiter.   Kurz   vor   dem   Dorf   Lüsse   ist Schluss    mit    lustig:    Straßensperrung    wegen    Brückenbau.    Da    die angezeigte   Umleitung   wegen   der   Länge   nichts   für   Radfahrer   ist,   geht es   für   Brigitte   und   Erich   über   unbefestigte   Waldwege   bis   zur   nächsten Brücke   weiter.   Die   Gegend   kannte   ich   aus   meiner   Jugendzeit,   doch der    Pfad    aus    den    1960er    Jahren    hat    sich    verändert.    Loser    Sand erschwert   ein   flüssiges   Vorankommen   erheblich.   Der   Stress   legt   sich, als   endlich   unsere   Umleitung “   beim   Dorf   Lüsse   endet.   Es   geht   mit Gegenwind    auf    der    B    246    durch    eine    landwirtschaftlich    geprägte Region   weiter.   Die   Dörfer   Nescholz,   Gömnigk   und   Rottstock   werden passiert.   Zur   Mittagsstunde   ist   Brück   erreicht.   In   einem   Biergarten werden    zwei    kühle    Pilsner    genossen    bevor    wieder    in    die    Pedalen getreten wird. Auf   nunmehr   gutem   Radweg   radeln   wir   über   die   Orte   Neuendorf, Borkheide      und      Reesdorf      dem      Etappenziel      entgegen.      Kleine Umleitungen   wegen   Straßenbauarbeiten   sind   auch   dabei.   Gigantisch große   Spargelfelder   kündigen   die   Spargelstadt   Beelitz   an.   In   einem Lidl-Markt   ordern   die   Radler   Getränke,   bevor   am   Hotel   Stadt   Beelitz die   Tagesetappe    über    80    km    endet.    Nach    dem    Check-in    wird    das Zimmer    109    bezogen    geduscht    und    geruht.    Gegen    16:30    Uhr spazieren   die   Sachsen   durch   die   Altstadt   von   Beelitz   und   stoßen   auf eine   Büste   von   Carl   Friedrich   Wilhelm   Herrmann.   Der   Bäcker-   und Glasermeister   war   außerdem   Gastwirt   und   Spargelbauer.   Er   lebte   vom 15.10.1816   bis   zum   26.12.1888   in   Beelitz.   Im   Jahr   1861   legte   er   auf seinem     Land     in     der     jetzigen     Hermann-Löns-Straße     die     ersten Spargelfelder   an   und   begründete   damit   die   Tradition   des   feldmäßigen Spargelanbaus   in   Beelitz.   Durch   ihn   wurde   die   Region   um   die   Stadt   zu einem     der     bedeutendsten     Spargelanbaugebiete     Deutschland.     Im Restaurant   Due   Fratelli    wird   der   Hunger   gestillt   bevor   der Tag   im   Bett mit   einem   Glas   Wein   und   dem   Fernsehfilm   Der   Staat   gegen   Fritz Bauer  endet.