GIPFELBLICKE
© Erich Arndt
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Gipfelblicke
auf die Bezirke der DDR
LEIPZIG
Geografie:
Der
Collmberg
(sorbisch:
chołm
-
„
Hügel,
Kuppe
“)
hieß
bis
in
das
19.
Jahrhundert
auch
Spielberg
.
Eine
andere
frühere
Bezeichnung
ist
Oschatzer
Collm
.
Er
stellt
eine
Landmarke
im
Wermsdorfer
Forst
dar
und
gehört
zum
Nordsächsischen
Sattel.
Das
markante Wahrzeichen war zu DDR-Zeiten der höchste Berg im Bezirk Leipzig.
Unsere Anfahrts- und Aufstiegsroute:
Von
unserem
Heimatdorf
aus
radelten
wir
etwa
70
km
bis
zum
Dorf
Collm,
das
am
Fuß
des
gleichnamigen
Berges
liegt.
Von
dort
führt
eine
befestigte
Straße
mit
einem
Anstieg von 63 m hinauf zum Gipfel.
Unsere Abstiegsroute:
Wie Aufstieg.
Anstrengung:
Mittelschwere Radtour. Bei der Gipfelauffahrt wird etwas Kondition gebraucht.
Ausrüstung:
Radler- bzw. Wanderausrüstung.
Gefahren:
---
Bemerkungen:
Die
oberste
Gesteinsschicht
des
Collmberges,
die
zu
den
ältesten
Gesteinen
Nordsachsens
gehört,
hat
die
Verwitterung
und
den
Schliff
über
Mio.
Jahre
überlebt.
Aus
dem
Grauwacken
genannten
Gestein
haben
die
Bauern
im
Umfeld
ihre
Häuser
gebaut.
An
den
dicht
bewaldeten
Collm-Hängen
strecken
viele
Laubbäume
ihre
Kronen
in
die
Höhe.
Hauptbaumart
ist
die
Traubeneiche,
gefolgt
von
Rotbuche,
Hainbuche,
Bergahorn,
Winterlinde.
Zu
den
ältesten
Baumbeständen
zählen die Eichen des Südhanges. Die Bäume sollen über 200 Jahre alt sein.
Letzte Aktualisierung: 05.10.2018
im Kontext der Geschichte
Im Reisetagebuch geblättert
(Sonntag, 15.10.2017)
Radtour mit Hindernissen: Wermsdorfer Fischermeile, Bauzaun um den Albertturm
Der
Sonntag
hat
nach
einer
sternklaren
Nacht
beschlossen,
ein
milder
sonniger
Herbsttag
zu
werden.
Um
8:00
Uhr
starten
Brigitte
und
ich
die
Radtour
zum
Collmberg,
der
höchsten
Erhebung
des
ehemaligen
DDR-Bezirkes
Leipzig.
Die
erste
Stunde
im
Sattel
geht
es
quer
durch
Leipzig.
Am
Völkerschlachtdenkmal
bemerke
ich,
dass
im
Fotoapparat
keine
Flash-Karte
steckt
–
Erich
hat
den
Farbfilm
vergessen,
wie
schön!
Zum
Glück
ist
da
noch
die
kleine
Canon
im
Gepäck,
sodass
sich
der
Ärger
in
Grenzen
hält.
Ein
kurzer
Stopp
wird
am
159
m
hohen
Monarchenhügel
eingelegt.
Das
Denkmal
auf
dem
Hügel
erinnert
an
die
Völkerschlacht
bei
Leipzig,
als
die
drei
alliierten
Monarchen
von
hier
aus
den
Schlachtenverlauf
beobachteten
und
von
Napoleons
Rückzug
erfuhren.
Weiter
geht
die
Fahrt
entlang
von
Staatsstraßen
nach
Grimma.
Im
Schatten
des
Renaissance-Rathauses
legen
wir
eine
Rast
ein.
Als
die
Räder
später
über
die
Pöppelmannbrücke
geschoben
werden,
sind
die
Gedanken
beim
Hochwasser
des
Jahres
2002.
In
jenen
Augusttagen
stand
die
Altstadt
von
Grimma
unter
Wasser
und
zwei
Pfeiler
der
historischen
Brücke
wurden
durch
die
gewaltigen Wassermassen zerstört.
Der
Kreislauf
kommt
in
Schwung,
als
es
den
Galgenberg
hinauf
nach
Neunitz
geht.
Gegen
13:00
Uhr
gibt
es
für
uns
eine
Überraschung.
Nachdem
Brigitte
und
ich
an
einer
kilometerlangen
Autoschlange
vorbeigekurvt
sind,
endet
die
Fahrt
an
der
Fischermeile
in
Wermsdorf.
Anlässlich
des
48.
Wermsdorfer
Horstseefischens,
das
wie
ein
Oktoberfest
gefeiert
wird,
flanieren
Tausende
Menschen
an
Händlern
und
Imbissbuden
vorbei.
Wer
sein
Rad
liebt,
der
schiebt!
Nach
gut
30
Minuten
ist
es
geschafft,
die
Räder
rollen
wieder,
sodass
bald
das
Waldgebiet
des
Collm
erreicht ist.
Am
Berghang
zeigt
sich
eine
Pracht
der
Natur:
Was
im
Sommer
stattlich
in
dunkelgrüner
Farbe
gelegen
hat,
färbt
nun
der
Herbst
in
sonniges
Gelb.
Wenige
Monate
später
werden
die
Laubbäume
auf
das
Wesentliche,
auf
ihre
stämmige
Gestalt,
reduziert
sein.
Wir
erreichen
das
Dorf
Collm
und
besuchen
auf
dem
Friedhof,
vor
der
kleinen
Kirche,
die
älteste
Linde
Sachsens.
Sie
ist
stolze
18
m
hoch
und
hat
einen
Stammumfang
von
11
m.
Unter
der
1000-jährigen
Linde
wurde
im
Mittelalter
Recht
gesprochen.
Vor
über
800
Jahren
befand
sich
hier
der
„
Dingplatz
“
des
Meißner
Landes.
Eine
weitere
Kraftanstrengung
für
die
Pedalritter
folgt.
Zum
Teil
fahrend
zum
Teil
schiebend
geht
es
den
Collm
hinauf.
Der
bewaldete
Berg
mutet
wie
ein
erloschener
Vulkan
an,
dem
der
Krater
fehlt.
Doch
der
Eindruck
täuscht.
Seine
Form
hat
der
Berg
nicht
dem
Ausbruch
von
Lavamassen
zu
verdanken,
sondern
der
Bildung
des
Variskischen
Gebirges.
Das
war
vor
etwa 300 Mio. Jahren.
Um
14:00
Uhr,
nach
einer
70
km
langen
Fahrt
ist
der
Gipfel
erreicht.
Das
Areal
wirkt
nicht
sehr
einladend.
Der
Albertturm,
benannt
nach
dem
König
Friedrich
August
Albert,
ist
eingezäunt
und
befindet
sich
in
Sanierung.
Während
Brigitte
rastet,
schleicht
sich
Erich
heimlich
die
99
Stufen
auf
der
schon
sanierten
Außentreppe
des
Turmes
hinauf
bis
zur
18
m
hochgelegenen
Aussichtsplattform.
Mike
Kolbe,
dem
Leiter
des
Wermsdorfer
Bauhofes,
der
die
Sanierung
begleitet,
bitte
ich
um
Nachsicht,
wenn
er
von
meiner
illegalen
Turmbesteigung
erfahren
sollte.
Neben
dem
weiten
Rundblick
über
die
Vielfalt
und
Schönheit
des
Wermsdorfer
Waldes,
der
angrenzenden
Dahlener
Heide,
der
Fluren,
Teiche
und
Dörfer
der
näheren
Umgebung
schaue
ich
mir
auch
die
Granitsäule
der
„
Nagelschen
Triangulierung
“
von
1865
an,
die
hier
in
luftiger Höhe hinter einem Gitter steht.
Nach
der
Gipfelrast
fahren
wir
kraftsparend
bergab
und
weitere
7
km
bis
nach
Oschatz.
Die
Tagestour
endet
nach
83
km
am
Europäischen
Jugendcamp.
Das
georderte
Quartier
wird
bezogen,
dann
ist
für
eine
Stunde
im
benachbarten
Freizeitbad
„
Platsch
“
Entspannung
angesagt.
Der
sich
anschließende
Spaziergang
durch
das
Oschatzer
Zentrum
führt
an
der
Sankt-Aegidien-Kirche
vorbei.
Ein
glücklicher
Zufall,
denn
dort
lädt
uns
Grit
Jähn
vom
Verein
Vogtshaus
Oschatz
zu
einer
Turmbesteigung
der
besonderen
Art
ein:
Sonnenuntergang
über
den
Dächern
von
Oschatz,
dazu
gibt
es
ein
Glas
Sekt,
Besichtigung
der
Türmerwohnung
mit
einem
abschließenden
Türmerdinner.
Mit
zwei
weiteren
Gästen
erleben
Brigitte
und
ich
einen
unvergesslichen
Tagesausklang unserer ersten Fahrradetappe.
Die höchsten natürlichen Erhebungen in den ehemaligen Bezirken der DDR