GIPFELBLICKE
© Erich Arndt
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Gipfelblicke
auf die Bezirke der DDR
FRANKFURT
Geografie:
Der
Hutberg
im
Landkreis
Oder-Spree
ist
nicht
zu
verwechseln
mit
dem
gleichnamigen
Berg
in
Sachsen.
Der
ehemals
höchste
Berg
im
DDR-Bezirk
Frankfurt
(Oder)
ist
der
höchste
Punkt
einer
Endmoränenablagerung
der
Weichseleiszeit,
die
im
Wald
zwischen
den
Ortschaften
Fünfeichen,
Kieselwitz
und
Kobbeln liegt.
Unsere Anfahrts- und Aufstiegsroute:
Der
Etappenstart
erfolgte
in
Pagram
(OT
von
Frankfurt/Oder).
Über
die
Orte
Müllrose
und
Fünfeichen
führte
die
Fahrt
nach
Kobbeln.
Vom
Springberg
aus
folgten
wir
dem
Waldweg
„
Schwarzer
Weg
“,
querten
die
Hochspannungstrasse
und
bogen
am ersten Forstweg links ab. Nach etwa 400 m stößt man auf den Hutberg.
Unsere Abfahrtsroute:
Wie Anfahrt bis nach Kobbeln.
Anstrengung:
Die Waldwege sind unbefestigt, sehr wellig und zum Teil sandig. Der Gipfel ist ohne
große Anstrengung zu erreichen.
Ausrüstung:
Radler- bzw. Wanderausrüstung.
Gefahren:
Keine.
Bemerkungen:
Das
Wort
Hut
stammt
vom
mittelhochdeutschen
Huot
ab
und
bedeutete
ursprünglich
Decke
oder
Schutz
(im
Sinne
von
Obhut).
Die
feminine
Form
(
huote
)
bezeichnet
dagegen
Aufsicht,
Fürsorge,
Schutz
im
Allgemeinen,
vgl.
hüten
.
Daraus
entwickelte
sich
die
Redensart
„
auf
der
Hut
sein
“.
Hutberg
ist
ein
im
Deutschen
relativ
häufiger
Bergname.
Sein
etymologischer
Ursprung
liegt
wahrscheinlich
in
Hüteberg
,
was
auf
eine wirtschaftliche Nutzung als Viehweide schließen lässt.
Letzte Aktualisierung: 05.10.2018
im Kontext der Geschichte
Im Reisetagebuch geblättert
(Sonnabend, 26.05.2018)
Auf den Spuren der Eiszeit
Die höchsten natürlichen Erhebungen in den ehemaligen Bezirken der DDR
Der
Blick
am
Morgen
aus
dem
Fenster
des
Landhotels
Pagram
bestätigt,
der
Mai-Sommer
hält
an.
Auch
am
letzten
Tag
unserer
Drei-Berge-Tour
durch
die
Landschaften
des
Flämings,
Havellands
und
der
Spreewaldregion
verläuft
wettermäßig
stabil.
Die
Sonne
scheint, in den Blättern der Bäume säuselt ein leichter Wind.
Um
7:00
Uhr
wird
gefrühstückt.
Gut
gestärkt
geht
es
eine
Dreiviertelstunde
später
on
Road
nach
Süden.
Ein
Hauch
ländlicher
Idylle
ist
zu
spüren,
als
Brigitte
und
ich
über
Land
fahren
und
die
Dörfer
Lichtenberg
und
Hohenwalde
passieren.
Das
Tor
zum
Schlaubetal,
die
Stadt
Müllrose,
ist
nach
einer
halben
Stunde
erreicht.
Ein
Stück
des
Weges
führt
am
Ufer
des
Müllrosener
Sees
entlang,
dann
geht
es
auf
der
L
37
bis
nach
Schernsdorf
weiter.
Einem
etwa
9
km
lagen
Förstereiweg
folgend,
rollen
die
Räder
bis
zum
Dorf
Fünfeichen.
Die
Strecke
führt
durch
eine
eiszeitlich
geprägte
Landschaft.
Ich
keuche
die
sanften
Endmoränenwälle
hinauf
und
freue
mich,
wenn
es
entspannt
wieder
bergab
geht.
Brigitte
setzt
bei
den
Anstiegen
die
Motorhilfe
ihres
Pedelec
ein.
Gegen
9:30
Uhr
liegen
knapp
30
km
hinter
uns,
das
Dorf
Diehlo
ist
erreicht.
Die
Radler
folgen
der
Diehloer
Straße
und
ab
Möbiskruge
der
L
43
bis
zum
Ort
Kobbeln.
Eine
letzte
Anstrengung
ist
erforderlich,
um
auf
den
Springberg
zu
kommen,
denn
dort
hat
das
Inlandeis
des
Pleistozäns
etwas
Besonderes
hinterlassen:
Auf
der
Anhöhe
ist
das
Naturdenkmal
Der
Große
Stein
zu
bewundern.
Wir
haben
Glück,
finden
nicht
nur
den
gewaltigen
Findling,
sondern
treffen
auch
Manfred
Holzhey
an.
Er
ist
Ortsvorsteher
und
Vereinsvorsitzenden
Kobbelner
Steine
e.
V..
Herr
Holzhey
ist
sehr
entgegenkommend.
Die
von
ihm
gegebene
Wegbeschreibung
präge
ich
mir
ein,
denn
Hinweisschilder
zum
ehemals
höchsten
natürlichen
Berg
des
DDR-Bezirks
Frankfurt/Oder
gibt
es
(noch)
nicht.
Vorerst
sehen
wir
uns
den
zweitgrößte
Findling
Brandenburgs
genauer
an
und
studieren
die
gut
gestalteten
Tafeln.
Während
der
Eiszeit
drängten
aus
Skandinavien
riesige
Eismassen
nach
Norddeutschland.
Diese
brachten
Gestein
unterschiedlicher
Struktur
und
Gestalt
mit
sich.
In
den
Geowissenschaften
werden
die
vom
Eis
abgerundeten
und
transportierten
Steine
auch
als
Geschiebe
bezeichnet.
Ab
einer
Größe
von
einem
Kubikmeter
spricht
man
von
einem
Findling.
Bereits
in
der
zweiten
Hälfte
des
17.
Jh.
berichtete
man
von
dem
Großen
Stein,
der
im
Kiefernwald
des
Springbergs
lag.
Zu
diesem
Zeitpunkt
war
sein
tatsächliches
Ausmaß
jedoch
unbekannt,
da
er
bis
etwa
1921
in
weiten
Teilen
in
der
Erde
verborgen
war.
Von
August
bis
Oktober
1925
legte
man
den
Stein
nach
den
ersten
Grabungen
der
letzten
Jahre
vollständig
frei.
Seine
Maße:
Länge
7,30
m,
Breite
5,25
m,
Höhe
4,52
m,
Umfang
25
m.
Das
Gewicht
des
Steins
wird
auf
256
Tonnen
und
das
Volumen
auf
95
Kubikmeter
geschätzt.
Sein
Ursprung
war
die
dänische
Insel
Bornholm,
ehe
er
während
der
Eiszeit
nach
Brandenburg
kam.
Nach
den
interessanten
Einblicken
in
das
„
steinreiche
“
Kobbeln
machen
wir
uns
auf
zum
Hutberg.
Die
Berg-
und
Talfahrt
geht
über
sandige
Waldwege.
An
einer
Kreuzung
holt
uns
Herr
Holzhey
mit
seinem
VW
Bulli
ein
und
eskortiert,
vorausfahrend,
die
Radler
bis
zum
Ziel.
Freudvoll
wird
der
im
Wald
versteckte
Gipfel
vom
Ortsvorsteher,
von
Brigitte
und
von
mir
bestiegen.
Der
Hutberg
ist
eine
Endmoränenablagerung
der
Weichseleiszeit.
Zu
Beginn
des
19.
Jahrhunderts
hatten
Soldaten
aus
Napoleons
Truppen
einen
pyramidenförmigen
200
Fuß
hohen
Signalturm
aus
Holz
errichtet,
der
im
Inneren
eine
Wendeltreppe
hatte.
Besucher
nutzen
diesen
Signalturm
bis
etwa
1830
als
Aussichtsturm.
Später,
bis
zu
Beginn
der
1970er
Jahre,
stand
hier
der
Hörnchensturm
,
ein
Feuerwachturm.
Die
Restfundamente
und
einige
verrottete
Balken
mit
verrosteten
Nägeln
sind
noch
sichtbar.
Auf
einem
zentralgelegenen Betonrudiment ist zu lesen:
Hutberg
162 m ü NN
Eingelassen ist eine Metallstange mit einer Tafel (Aufschrift):
-Hörnchensturm-
Anfang des 19.JH. bauten Sold.
Napoleons einen Holzt. ca. 200 Fuß-Hö.
Mit innerem Aufst. Für milit. Zwecke
-Signale u. Vermessung. –Spätere Erneuer.
wurde zur Vermessg u. Waldbr. –Schutz
genutzt. Bis zum Abriß ca. 1972
wachte Herr W. Kuchling bei
hoher Waldbrandst.
Das
Gebiet
war
zu
DDR-Zeiten
als
Sonderjagdrevier
der
Staatssicherheit
für
Wanderer
gesperrt,
sodass
sich
in
dem
unberührten
Kiefernwald
verschiedene
Vogelarten
wie
Meisen,
Buchfinken,
Singdrosseln,
Misteldrosseln
und
Waldohreulen
ansiedelten.
Nachdem
ich
das
geografische
Ziel
digital
dokumentiert
habe,
geht
es,
wie
gekommen,
zurück
nach
Kobbeln.
Weitere
11km
werden
geradelt,
bis
der
Bahnhof
in
Eisenhüttenstadt
erreicht
ist.
Um
11:58
Uhr
sitzen
wir
im
Zug
und
fahren
mit
einem
„
Schönes-Wochenende-
Ticket
“
nach
Leipzig.
In
der
knapp
dreistündigen
Fahrt
wird
einmal
in
Cottbus
umgestiegen.
Ab
dem
Leipziger
Hauptbahnhof
radeln
wir
nochmals
11
km
bis
nach
Lindennaundorf,
erst
dann
endet
die
nunmehr
dritte
Radtour
zu
den
höchsten
Erhebungen
in
den
ehemaligen Bezirken der DDR nach 393 Kilometern.